Osteopathin - Osteopath

 
 

Die 4 Bausteine der Osteopathie


  1. Vorbeugung

  2. Strukturelle Osteopathie:    Normalisierung myofaszialer Verspannung
                                                Osteoartikuläre Adjustierung

  3. Viszerale Osteopathie

  4. Kranielle Osteopathie


Die Vorbeugung

Die Prävention ist ein wesentlicher Aspekt der osteopathischen Behandlung. Die OsteopathIn

spürt frühzeitig die Ursachen der Läsionen auf, die – werden sie nicht behandelt – zu Funktionsstörungen führen können, das Immunsystem schwächen und Gleichgewichtsstörungen sowie Schmerzen auslösen.

Beispiele von Indikationen:

  1. vor und während einer Schwangerschaft und nach der Entbindung;

  2. bei Säuglingen nach einer langen und schwierigen Geburt;

  3. zur Vorbeugung einer Skoliose während der Pubertät;

  4. bei psychoemotionalen Spannungszuständen;

  5. zur Vorbereitung auf sportliche Wettkämpfe und zur Regeneration nach den Wettkämpfen;

  6. zur Vorbeugung von Sportverletzungen;

  7. bei organischen funktionellen Dysfunktionen ohne Notfall oder Kontraindikationen.


Die osteoartikuläre Adjustierung


Es handelt sich dabei um eine präzise osteopathische Technik, die methodisch und gewissenhaft vorbereitet und durchgeführt werden muss. Sie ist ein wichtiger Teil der Osteopathie.

Die Osteopathin, der Osteopath bringt die Gelenkflächen sanft und präzise in ihre physiologische Stellung zurück.

Ziel ist es, den Anteilen einer Gelenkeinheit wieder eine einwandfreie Beweglichkeit zurückzugeben.

Eine osteoartikuläre Adjustierung wird abhängig vom Resultat der Tests, des Terrains des Patienten und den therapeutischen Zielen durchgeführt.

Die Gewebefunktion wird verbessert, indem die physiologischen Funktionen des Gefäss- und Nervensystems wieder hergestellt werden. Bereits 1874 hob Dr. Andrew Taylor Still D.O., hervor, wie wichtig die spezifische DYNAMIK der osteoartikulären Adjustierung ist, im Vergleich zum statischen Charakter eines manipulativen Eingriffs in anderen Gesundheitsberufen.


„Die Mobilität der Struktur steuert und bestimmt die Qualität der Funktion.“


Die Normalisierung myofaszialer Verspannungen


Der Osteopath, die Osteopathin palpiert die Verspannungen in den Muskeln und ihren Hüllen, den Faszien. Diese Verspannungen schränken die Bewegungsfreiheit der Strukturen ein und stören ihre Synergie. Die 5 myofaszialen Ketten bilden eine Funktionseinheit und sind für das Gleichgewicht der Struktur verantwortlich.

Ziel ist es, das Gleichgewicht in diesen myofaszialen Ketten manuell wieder herzustellen. Dafür gibt es verschiedene, ganz spezifische Methoden, die präzise Indikationen haben.

Beispiele:

  1. Das GOT (General Osteopathic Treatment) normalisiert rhythmisch alle Teile des Organismus, indem sie die physiologischen Funktionseinheiten mobilisiert.

  2. “Myofascial release” dient der Lockerung von Verspannungen, die sich von ihrer Ursprungsstelle bis in das Körperinnere hinein festgesetzt haben können. Die Methode wurde von Dr. William Garner Sutherland D.O. entwickelt.

  3. Isometrische Arbeit und “Muscle Energy” nach dem Konzept von Dr. Fred Mitchell D.O. dienen dazu, den vollen Bewegungsausschlag wiederzuerlangen. Sie beseitigen Verspannungen, die die Muskelfasern verkürzen und die freie Bewegung der osteoartikulären Strukturen behindern.

  4. Befreiung von traumatischen Abdrücken und Stresszuständen im Gewebe, von Spannungen im Bereich der myofaszialen Faserzüge.

  5. „Strain-Counterstrain”-Methode zur Lösung von Spasmen, die auf das Gewebsgerüst eingewirkt haben.


Die viszerale Arbeit


Wird auf viszeralem Niveau interveniert, bekommen wir einen tieferen Einblick in die engen physiologischen Zusammenhänge zwischen dem Muskelskelett-System und den organischen Funktionsstörungen: die somato-viszeralen und viszero-somatischen Wechselbeziehungen. Wir setzen dieses Wissen in praktische Therapie um.

Beispiele von Indikationen:

  1. viszerale oder organische Dysfunktionen oder Spasmen, ausgelöst durch Verletzungen im Bereich der Wirbelsäule;

  2. Schmerzen organischen Ursprungs, die in die Wirbelsäule ausstrahlen oder ihr fälschlicherweise zugeordnet werden;

  3. Bewegungseinschränkung von Organen in ihrer Gewebshülle, die zu Verspannungen im Muskelskelettsystem führen;

  4. Organsenkungen (Ptosen), die Druck auf Blutgefässe, Nerven und innere Organe ausüben und dadurch Funktionsstörungen hervorrufen;

  5. Narbenverwachsungen und Verklebungen;

  6. Gleichgewichtsstörungen im Bereich des autonomen Nervensystems etc.


Die Behandlung des Schädels und der kraniosakralen Funktionseinheit


Die Schädelsphäre und die kraniosakrale Funktionseinheit, sowie alle Gewebe des Organismus besitzen eine angeborene Mikrobewegung, die Ausdruck des eigentlichen Lebensprozesses ist. Diese Bewegung manifestiert sich in einem Rhythmus von ca. 12 Zyklen pro Minute und ist vom Herz- und Atemrhythmus unabhängig.

Die propriozeptiven Eigenschaften der Hände der Osteopathin, des Osteopathen ermöglichen es, diesen Rhythmus zu palpieren und ihn bei Bedarf wieder anzukurbeln. In der Osteopathie wird dieses Palpieren „Listening“ oder Abhören der Gewebe genannt. Hiermit können präzise die Qualität und Quantität der Mikrobewegungen in den Schädelsuturen palpiert und die endokranialen Spannungen eingeschätzt werden.

Ziel dabei ist, Bewegungseinschränkungen in diesen Einheiten zu entfernen, um die vaskulären, nervalen und biologischen Funktionen zu fördern.

Beispiele von Indikationen:

  1. Folgen von Schädeltraumen;

  2. Folgen von neonatalen Geburtstraumen bei Kindern mit oder ohne neuromotorischen Störungen;

  3. Dysfunktionen des Kauapparates und des Okklusionssystems;

  4. bei Kopfschmerzen, Migräne, postkommotionellem Syndrom, Fazialisneuralgien etc.

  5. bei Koordinationsschwierigkeiten oder Problemen der Steuerung der vitalen Funktionen des Organismus;

  6. bei Konzentrations-, Lernschwierigkeiten und ADHS;

  7. bei vaskulären Störungen und endokranialen Spasmen.


 

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„Der Osteopath ist ein Ingenieur, ein Uhrmacher des Organismus, der nicht allein die Ursachen von funktionellen

Störungen aufspürt und behandelt, sondern auch präventiv die wesentlichen Rädchen unserer Physiologie, die das Gleichgewicht und die Gesundheit des Menschen bestimmen, überprüft.“


Philippe Druelle D.O.

Bausteine der Osteopathie